Nr. 86 "Sicherheit"
Manchmal fühlt sich das Leben an wie ein Tisch mit einem zu kurzen Bein - instabil, wackelig. Wir stellen unser Vertrauen darauf ab wie eine volle Tasse Kaffee: vorsichtig, in der Hoffnung, dass nichts verschüttet wird. Doch Sicherheit bedeutet nicht, dass alles fest und gerade steht. Sie heißt, darauf zu vertrauen, dass wir auch mit kleinen Schräglagen weiterleben können.
Vielleicht hilft ein Bierdeckel unter dem kürzeren Bein, ein kleiner Trick, ein Lächeln, eine mitfühlende Geste. Manchmal genügt schon ein Blick, der sagt: "Ich halte das aus."
Sicherheit ist nicht die Abwesenheit von Unsicherheit. Sie ist die leise Gewissheit, dass wir auch auf einem wackeligen Tisch tanzen können - und dass da jemand ist, der uns auffängt, wenn wir ins Straucheln geraten.
Dazu passt eine Zeile aus dem Lied "Innwendig warm" von Konstantin Wecker: "... lass Di fallen in irgend an Arm und mach d´Arm auf, wenn irgendwer fällt ..."
... sind Sie da, wenn jemand fällt (?), Ihr I.M. Puls